Falzarten mit Skizzen und Seitenbreiten
Die häufigsten Falzarten sind Einbruchfalz (einmal in der Mitte), Wickelfalz und Zickzackfalz (zweimal, ergibt sechs Seiten) sowie der Altarfalz mit zwei Klappen, die zur Mitte schließen. Beim Wickelfalz muss die innere Seite 2 bis 3 mm schmaler sein.
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Einbruchfalz
Ein Bogen wird einmal in der Mitte gefalzt. Aus A4 entsteht so ein vierseitiger Folder in A5, aus A3 ein vierseitiger in A4. Die beiden Hälften sind gleich breit. Das ist die Grundlage jeder Broschüre: Mehrere ineinandergelegte Einbruchfalze werden zur geklammerten Broschüre.
Wickelfalz
Beim Wickelfalz werden die Seiten nacheinander nach innen eingeschlagen, wie bei einer Rolle. Aus A4 quer entsteht ein Faltblatt im Format DIN lang mit sechs Seiten. Damit sich die innen liegende Seite nicht staucht, muss sie 2 bis 3 mm schmaler sein als die anderen. Übliche Breiten bei A4: 100, 100 und 97 mm.
Beim Wickelfalz liegt die schmale Seite innen. Wenn Sie die Datei aufbauen, kommt sie auf der Innenseite nach rechts und auf der Außenseite nach links. Die meisten Druckereien bieten dafür Vorlagen an, mit denen nichts schiefgeht.
Zickzackfalz (Leporello)
Die Seiten werden abwechselnd nach vorne und nach hinten gefalzt, wie eine Ziehharmonika. Weil keine Seite innen liegt, sind alle gleich breit: bei A4 quer dreimal 99 mm. Mit drei Falzen entsteht ein achtseitiges Leporello, bei längeren Bogen entsprechend mehr.
Altarfalz und Fensterfalz
Beim Altarfalz werden die beiden äußeren Viertel zur Mitte eingeschlagen, wie die Flügel eines Altars. Die Klappen sind zusammen so breit wie das Mittelteil und sollten 1 bis 2 mm schmaler sein, damit sie sich in der Mitte nicht berühren. Wird das Ganze danach noch einmal in der Mitte gefalzt, spricht man vom Fensterfalz (oder doppelten Altarfalz).
Kreuzbruchfalz
Beim Kreuzbruch wird der Bogen zuerst in der Mitte gefalzt und dann noch einmal quer zum ersten Falz. Aus einem A4-Blatt wird so A6, aus A3 wird A5. Mit drei Kreuzbrüchen entsteht aus einem großen Bogen ein Heftteil mit 16 Seiten. Kreuzbruch ist auch die Falzung für Briefe, die in einen C6-Umschlag sollen.
Alle Falzarten im Überblick
| Falzart | Falze | Seiten | Seitenbreiten bei A4 quer |
|---|---|---|---|
| Einbruchfalz | 1 | 4 | 148,5 + 148,5 mm |
| Wickelfalz | 2 | 6 | 100 + 100 + 97 mm |
| Zickzackfalz | 2 | 6 | 99 + 99 + 99 mm |
| Leporello | 3 | 8 | 4 × 74,25 mm |
| Altarfalz | 2 | 6 | 74 + 149 + 74 mm |
| Fensterfalz | 3 | 8 | 72 + 76,5 + 76,5 + 72 mm |
| Kreuzbruch | 2 | 8 | A4 wird zu A6 |
Die Werte sind übliche Richtwerte. Druckereien geben je nach Maschine leicht abweichende Maße vor, deshalb lohnt der Blick in deren Vorlage.
Falzen ohne Bruch: Rillen und Laufrichtung
Ab etwa 170 g/m² bricht beim Falzen die Farbschicht an der Kante, besonders bei dunklen Flächen. Druckereien rillen solches Papier deshalb vorher: Eine Rille drückt eine Vertiefung ins Papier, an der es sauber umklappt. Auch die Laufrichtung spielt eine Rolle. Parallel zur Laufrichtung falzt sich Papier glatt, quer dazu kann es reißen. Mehr unter Papiersorten und Laufrichtung.
Häufige Fragen
Was ist der Unterschied zwischen Wickelfalz und Zickzackfalz?
Beim Wickelfalz werden die Seiten nach innen eingeschlagen, die innere Seite muss schmaler sein. Beim Zickzackfalz wird abwechselnd vor und zurück gefalzt, alle Seiten sind gleich breit.
Wie breit sind die Seiten beim Wickelfalz in A4?
Üblich sind 100, 100 und 97 mm. Die 97 mm breite Seite liegt innen.
Ab welcher Grammatur muss man rillen?
Als Faustregel ab etwa 170 g/m², bei dunklen Farbflächen auch schon darunter.
Welche Falzart ergibt DIN lang aus A4?
Wickelfalz oder Zickzackfalz. Beide teilen ein A4-Blatt quer in drei Seiten.