Buchformate: von Reclam bis Bildband

Für Bücher gibt es keine DIN-Norm. Typische Größen in Deutschland sind etwa 12 × 19 cm beim Taschenbuch, 13,5 × 21,5 cm bei Romanen im Hardcover und 17 × 24 cm bei Sachbüchern. Die historischen Namen Folio, Quart und Oktav beschreiben, wie oft ein Druckbogen gefaltet wurde.

Aktualisiert am von der Redaktion

Inhalt dieser Seite

Gängige Buchformate in Deutschland

BuchartTypische Größe (Breite × Höhe)Anmerkung
Reclam-Heft (Universal-Bibliothek)etwa 9,6 × 14,8 cmkleiner als A6, das gelbe Schulheft
Taschenbuchetwa 11,5 × 18 bis 12,5 × 19 cmje nach Verlag
Klappenbroschur, Paperbacketwa 13,5 × 21 cmbroschiert, oft mit Klappen
Roman, Hardcoveretwa 13,5 × 21,5 cmleicht größer als A5
Sachbuchetwa 15 × 23 bis 17 × 24 cmmehr Platz für Grafiken
Lehrbuch, ArbeitsheftA4 oder 19 × 27 cmPlatz für Tabellen und Übungen
Bildbandab etwa 24 × 30 cmoft auch quadratisch oder quer

Die Werte sind Richtgrößen. Verlage legen ihre Formate selbst fest und weichen oft um einige Millimeter ab. Im Self-Publishing bieten Dienstleister meist eine feste Auswahl an, zum Beispiel 12 × 19 cm, 13,5 × 21,5 cm, A5, 17 × 24 cm und A4.

Woher Folio, Quart und Oktav kommen

Früher wurde ein Buch auf großen Bogen gedruckt, die man anschließend faltete, aufschnitt und zu Lagen zusammennähte. Die Formatbezeichnung gibt an, wie oft der Bogen gefaltet wurde und wie viele Blätter daraus entstanden.

NameZeichenFaltungBlätter pro Bogen
Folio2°einmal2 Blätter, 4 Seiten
Quart4°zweimal4 Blätter, 8 Seiten
Oktav8°dreimal8 Blätter, 16 Seiten
Duodez12°besondere Faltung12 Blätter, 24 Seiten
Sedez16°viermal16 Blätter, 32 Seiten

Weil die Bogen unterschiedlich groß waren, sagten diese Namen nur grob etwas über die tatsächliche Größe aus. Ein Folio aus einem großen Bogen konnte riesig sein, ein Oktav aus einem kleinen winzig. Bibliotheken haben die Namen deshalb später an die Höhe des Buchrückens gekoppelt.

Buchformate in Bibliotheken

In deutschen Bibliotheken wurden Bücher lange nach der Höhe des Buchrückens eingeteilt. Vereinfacht galten folgende Grenzen:

Oktav (8°)
bis 25 cm
Quart (4°)
25 bis 35 cm
Folio (2°)
35 bis 45 cm
Groß-Folio (Gr.-2°)
über 45 cm

Diese Einteilung findet man noch in alten Katalogen und bei Antiquariaten. Wer dort ein Buch in „8°“ angeboten bekommt, weiß also, dass es nicht höher als etwa 25 cm ist. Moderne Kataloge geben die Höhe einfach in Zentimetern an.

Worauf es beim Buchdruck ankommt

  • Laufrichtung: Sie muss parallel zum Buchrücken verlaufen. Sonst wellen sich die Seiten, und das Buch lässt sich schlecht aufschlagen.
  • Bundsteg: Der innere Rand muss bei Klebebindung breiter sein als der äußere, weil ein Teil in der Bindung verschwindet.
  • Seitenzahl: Bei Fadenheftung und Rückendrahtheftung muss die Seitenzahl zum Bogenschema passen, meist ein Vielfaches von 4, 8 oder 16.
  • Rückenbreite: Sie hängt von Seitenzahl und Papiervolumen ab. Die Druckerei berechnet sie, bevor das Cover angelegt wird.

Häufige Fragen

Welche Größe hat ein Taschenbuch?

Meist etwa 11,5 × 18 bis 12,5 × 19 cm. Jeder Verlag hat leicht abweichende Maße.

Was bedeutet 8° bei Büchern?

Oktav. Historisch ein Bogen, der dreimal gefaltet wurde. In Bibliotheken steht es für Bücher bis etwa 25 cm Rückenhöhe.

Gibt es eine Norm für Buchformate?

Nein. Buchformate sind historisch gewachsen und unterscheiden sich von Verlag zu Verlag.

Welches Format für ein selbst verlegtes Buch?

Für Romane oft 12 × 19 oder 13,5 × 21,5 cm, für Sachbücher 17 × 24 cm, für Arbeitshefte A4.