Drucklexikon: Begriffe und Abkürzungen
Von Altarfalz bis Zuschuss: 64 Fachbegriffe aus Druck, Papier und Weiterverarbeitung und 34 Abkürzungen von CMYK bis VDP, kurz und verständlich erklärt.
ABCDEFGHKLMNOPQRSTÜVWZAbkürzungen
Fachbegriffe von A bis Z
- Altarfalz
- Falzart, bei der zwei äußere Klappen zur Mitte eingeschlagen werden, wie die Flügel eines Altars. Siehe Falzarten.
- Andruck
- Probedruck vor der eigentlichen Auflage, mit dem Farben und Stand geprüft werden.
- Anschnitt
- Anderes Wort für Beschnitt, vor allem in Layoutprogrammen wie InDesign gebräuchlich.
- Auflage
- Anzahl der gedruckten Exemplare eines Druckauftrags.
- Auflösung
- Anzahl der Bildpunkte pro Längeneinheit, meist in dpi oder ppi angegeben. Für den Druck sind etwa 300 dpi üblich. Siehe Auflösung.
- Beschnitt
- Bereich, um den ein Motiv über das Endformat hinausgeht und der nach dem Druck abgeschnitten wird, meist 3 mm. Siehe Beschnitt.
- Bilderdruckpapier
- Gestrichenes Papier mit glatter Oberfläche, matt, seidenmatt oder glänzend. Gut für Fotos.
- Blitzer
- Schmaler weißer Rand an der Schnittkante, der entsteht, wenn ein Hintergrund nicht bis in den Beschnitt reicht.
- Bogen
- Ein einzelnes Blatt Papier im Druckformat, das in der Maschine bedruckt wird. Auch Kurzform für einen gefalzten Druckbogen in der Buchbinderei.
- Breitbahn
- Laufrichtung des Papiers parallel zur kurzen Bogenkante. Gegenteil: Schmalbahn.
- Broschur
- Buch oder Heft mit weichem Umschlag, zum Beispiel mit Klebebindung.
- Bund
- Innerer Rand einer Seite, an dem gebunden wird.
- Bundzuwachs
- Bei dicken geklammerten Broschüren schieben sich die inneren Seiten nach außen. Die Druckerei gleicht das aus, indem sie den Stand der Seiten leicht verschiebt.
- Cellophanierung
- Aufkaschieren einer dünnen Folie auf den Druck, matt oder glänzend. Schützt vor Abrieb und Feuchtigkeit.
- Datenformat
- Endformat plus Beschnitt. Bei A4 mit 3 mm Beschnitt 216 × 303 mm.
- Digitaldruck
- Druckverfahren ohne Druckplatten, bei dem direkt aus der Datei gedruckt wird. Siehe Digital- und Offsetdruck.
- Druckbogen
- Bogen mit mehreren Seiten oder Nutzen, der nach dem Druck gefalzt oder geschnitten wird.
- Einbruchfalz
- Einfacher Falz in der Mitte eines Bogens. Aus A4 wird so ein vierseitiger A5-Folder.
- Endformat
- Größe des fertigen Produkts nach dem Schneiden, zum Beispiel 148 × 210 mm für A5.
- Fadenheftung
- Hochwertige Bindung, bei der die gefalzten Bogen mit Faden zusammengenäht werden. Typisch für Hardcover.
- Falz
- Kante, an der Papier gefaltet wird. In der Druckerei sagt man falzen statt falten.
- Falzmarke
- Markierung am Rand eines Briefbogens, die anzeigt, wo gefaltet wird. Bei DIN 5008 Form B auf 105 und 210 mm.
- Farbprofil
- Datei, die beschreibt, wie Farben auf einem bestimmten Papier und in einem bestimmten Druckverfahren wiedergegeben werden, zum Beispiel PSO Coated v3.
- Fensterumschlag
- Briefhülle mit Sichtfenster für die Anschrift. Lage und Größe des Fensters regelt DIN 680. Siehe Fensterumschläge.
- Gesamtfarbauftrag
- Summe der Tonwerte aller vier Druckfarben an einer Stelle, in Prozent. Je nach Profil meist höchstens 300 bis 330 %.
- Grammatur
- Flächenbezogene Masse des Papiers in g/m². Entspricht dem Gewicht eines A0-Bogens. Siehe Papiergewicht.
- Greiferrand
- Unbedruckbarer Rand des Druckbogens, an dem die Greifer der Druckmaschine das Papier festhalten.
- Heißfolienprägung
- Veredelung, bei der eine metallisch glänzende Folie mit Hitze und Druck auf das Papier übertragen wird.
- Hochformat
- Ausrichtung, bei der die kurze Seite oben liegt. Alle DIN-Maße werden im Hochformat angegeben.
- Klebebindung
- Bindung, bei der die Seiten am Rücken mit Klebstoff verbunden werden. Typisch für Taschenbücher und Kataloge.
- Kreuzbruch
- Zwei Falze im rechten Winkel. Aus A4 entsteht A6.
- Laufrichtung
- Richtung, in der die Fasern im Papier überwiegend liegen. Sie sollte parallel zum Falz verlaufen. Siehe Papiersorten und Laufrichtung.
- Leporello
- Zickzack gefalzter Papierstreifen mit mehreren gleich breiten Seiten.
- Lochmarke
- Markierung am linken Rand eines Briefbogens bei 148,5 mm, an der der Locher angesetzt wird.
- Makulatur
- Fehldrucke und Papier, das beim Einrichten der Maschine verbraucht wird.
- Naturpapier
- Ungestrichenes Papier mit natürlicher, oft griffiger Oberfläche.
- Nutzen
- Ein Exemplar des Endprodukts auf dem Druckbogen. „Acht Nutzen auf SRA3“ heißt: acht Stück pro Bogen. Siehe Nutzen-Rechner.
- Offsetdruck
- Druckverfahren, bei dem die Farbe von einer Druckplatte über ein Gummituch aufs Papier übertragen wird. Günstig bei großen Auflagen.
- Opazität
- Lichtundurchlässigkeit von Papier. Hohe Opazität bedeutet, dass die Rückseite kaum durchscheint.
- Passer
- Genaue Übereinstimmung der einzelnen Druckfarben übereinander. Stimmt der Passer nicht, entstehen farbige Ränder.
- Passkreuz
- Markierung auf dem Druckbogen, mit der der Passer geprüft wird.
- Perforation
- Reihe kleiner Schnitte, an der man Papier sauber abtrennen kann, etwa bei Antwortkarten.
- Plano
- Unbearbeiteter, nicht gefalzter Bogen. Plakate werden zum Beispiel plano geliefert.
- Proof
- Farbverbindlicher Probedruck, mit dem Kunde und Druckerei die erwarteten Farben abstimmen.
- Querformat
- Ausrichtung, bei der die lange Seite oben liegt.
- Rasterweite
- Feinheit des Druckrasters im Offsetdruck, meist 60 Linien pro Zentimeter (etwa 150 lpi).
- Ries
- Verpackungseinheit für Papier, bei Kopierpapier meist 500 Blatt.
- Rillen
- Eindrücken einer Linie in Karton, damit er sich ohne Bruch falzen lässt. Ab etwa 170 g/m² üblich.
- Rohformat
- Bogengröße vor dem Beschneiden, zum Beispiel RA- und SRA-Formate. Siehe RA- und SRA-Formate.
- Rückendrahtheftung
- Bindung mit Drahtklammern im Falz. Typisch für Hefte, Programmhefte und Broschüren bis etwa 64 Seiten.
- Satzspiegel
- Bereich einer Seite, in dem Text und Bilder stehen, also die Seite ohne Ränder.
- Schmalbahn
- Laufrichtung des Papiers parallel zur langen Bogenkante. Gegenteil: Breitbahn.
- Schnittmarken
- Feine Linien außerhalb des Endformats, die der Schneidemaschine zeigen, wo geschnitten wird.
- Sicherheitsabstand
- Abstand wichtiger Inhalte zur Schnittkante, meist 3 bis 5 mm.
- Sonderfarbe
- Druckfarbe, die nicht aus CMYK gemischt, sondern fertig angemischt gedruckt wird, etwa aus dem HKS- oder Pantone-System.
- Stanzen
- Ausschneiden von Formen mit einem Stanzwerkzeug, etwa für runde Ecken oder Verpackungen.
- Tiefschwarz
- Schwarz, das zusätzlich mit anderen Farben unterlegt ist, damit große Flächen satter wirken. Für Text ungeeignet.
- Überfüllung
- Leichtes Überlappen aneinandergrenzender Farbflächen, damit bei kleinen Passerungenauigkeiten keine weißen Spalten entstehen.
- Veredelung
- Alle Arbeitsschritte, die einen Druck aufwerten, etwa Lack, Folie, Prägung oder Stanzung.
- Volumen
- Verhältnis von Dicke zu Grammatur eines Papiers. Papier mit hohem Volumen ist bei gleicher Grammatur dicker.
- Weiße
- Maß dafür, wie weiß ein Papier wirkt, oft als CIE-Weiße angegeben. Kopierpapier liegt meist zwischen 150 und 170.
- Wickelfalz
- Falzart, bei der die Seiten nacheinander nach innen eingeschlagen werden. Die innere Seite muss schmaler sein.
- Zickzackfalz
- Falzart, bei der abwechselnd vor und zurück gefalzt wird. Alle Seiten sind gleich breit.
- Zuschuss
- Zusätzliche Bogen, die für das Einrichten der Maschine und die Weiterverarbeitung einkalkuliert werden.
Abkürzungen
- BB
- Breitbahn, Laufrichtung parallel zur kurzen Bogenseite
- CMYK
- Cyan, Magenta, Yellow, Key (Schwarz): die vier Druckfarben im Vierfarbdruck
- CTP
- Computer to Plate: Druckplatten werden direkt aus den Daten belichtet
- DIN
- Deutsches Institut für Normung, ursprünglich Deutsche Industrie-Norm
- DL
- DIN lang, Umschlagformat 110 × 220 mm
- dpi
- dots per inch, Druckpunkte pro Zoll
- ECI
- European Color Initiative, Herausgeber der gängigen Farbprofile
- EN
- Europäische Norm
- EPS
- Encapsulated PostScript, älteres Dateiformat für Grafiken
- FOGRA
- Forschungsinstitut für Medientechnologien, liefert Referenzdaten für Farbprofile (etwa FOGRA51)
- FSC
- Forest Stewardship Council, Zertifikat für Holz und Papier aus verantwortungsvoller Waldwirtschaft
- g/m²
- Gramm pro Quadratmeter, Maßeinheit der Grammatur (englisch gsm)
- HKS
- Farbsystem für Sonderfarben, verbreitet in Deutschland
- ICC
- International Color Consortium, Standard für Farbprofile
- ISBN
- Internationale Standardbuchnummer
- ISO
- Internationale Organisation für Normung
- JPEG
- verlustbehaftet komprimiertes Bildformat
- lpi
- lines per inch, Rasterweite im Offsetdruck
- PDF/X
- Normierte PDF-Varianten für den Druck, etwa PDF/X-1a und PDF/X-4 (ISO 15930)
- PEFC
- Programme for the Endorsement of Forest Certification, Waldzertifikat
- POD
- Print on Demand, Druck einzelner Exemplare erst nach Bestellung
- ppi
- pixels per inch, Bildpunkte pro Zoll
- PSO
- Prozessstandard Offsetdruck auf Basis von ISO 12647-2
- PUR
- Polyurethan-Klebstoff für besonders haltbare Klebebindungen
- RA
- Rohformat A nach ISO 217
- RGB
- Rot, Grün, Blau: Farbraum von Bildschirmen und Kameras
- RIP
- Raster Image Processor, rechnet Druckdaten für die Belichtung oder den Digitaldruck um
- SB
- Schmalbahn, Laufrichtung parallel zur langen Bogenseite
- SRA
- zusätzliches Rohformat A nach ISO 217, etwa SRA3 mit 320 × 450 mm
- SVG
- Scalable Vector Graphics, Vektorformat für das Web
- TAC
- Total Area Coverage, englisch für Gesamtfarbauftrag
- TIFF
- verlustfreies Bildformat, in der Druckvorstufe verbreitet
- UV-Lack
- Lack, der unter UV-Licht sofort aushärtet, oft partiell für Glanzeffekte eingesetzt
- VDP
- Variable Data Printing, Druck mit individuellen Daten pro Exemplar
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